Klotz am Bein der Energiewende

Verbände fordern Mannheim und MVV zum Kohle-Ausstieg auf

Mannheim/Heidelberg. „Endstation Kohle – Energiewende jetzt!“. Das fordern der BUND Regionalverband Rhein-Neckar-Odenwald, MetropolSolar Rhein-Neckar und 100 Pro Energiewende auf einem Transparent bei der Bilanzpressekonferenz des Großkraftwerks Mannheim (GKM). Kohlekraftwerke seien energiepolitische und finanzielle Sackgassen. Die Stadt Mannheim und die MVV müssten aus der Kohleverstromung aussteigen und auf Energieeffizienz, Energiesparen und erneuerbare Energien setzen. Zudem belaste das GKM die Bürgerinnen und Bürger der Region mit zahlreichen Schadstoffen.

„Die MVV will sich als modernes, sauberes und zukunftsorientiertes Unternehmen präsentieren. Dazu passt ein Kohlekraftwerk überhaupt nicht. Es schadet nicht nur der Gesundheit, es ist auch ein Imagekiller für die MVV und die Stadt Mannheim,“ sagt Tobias Staufenberg, Regionalgeschäftsführer des BUND.

„Kohleverbrennung belastet die Luft mit Quecksilber, Feinstaub und anderen gefährlichen Schadstoffen. Statt jahrzehntelang weiter Kohle zu verbrennen, sollte im Interesse der Gesundheit der Menschen in der Metropolregion ein Kohleblock nach dem anderen stillgelegt werden – angefangen mit den größten Dreckschleudern,“ ergänzt Ursel Risch von 100 Pro Energiewende.

„Vor der Fehlinvestition Block 9 hatten wir eindringlich gewarnt. Gebaut wurde trotzdem. Kürzlich hat die MVV eingestanden, dass sie nicht wieder bauen würde – aus wirtschaftlichen Gründen. Die enorme Dynamik der Erneuerbaren wurde und wird immer noch unterschätzt.“ meint Dipl.-Volkswirt Daniel Bannasch, Geschäftsführer des Netzwerks für 100% Erneuerbare Energien MetropolSolar Rhein-Neckar. „Jetzt müssen Stadt und MVV einen Schlussstrich ziehen. Ein Kohlekraftwerk ist ein Klotz am Bein!“

Die MVV Energie AG hält derzeit 28% der Aktien des GKM. Mehrheitseigner der MVV ist die Stadt Mannheim, die somit indirekt am GKM beteiligt ist. Im Jahr 2009 beschloss der Gemeinderat der Stadt Mannheim einstimmig die vom IFEU-Institut angefertigte „Klimaschutzkonzeption Mannheim 2020“. Damit will die Stadt Mannheim bis 2020 ihr CO²-Emissionen um 40% gegenüber 1990 reduzieren. Das wird kaum funktionieren, wenn Mannheim nicht aus der Kohle aussteigt.

Im Mai soll Block 9 des GKM in den Regelbetrieb gehen. Laut Genehmigung sollen dann die beiden Blöcke 3 und 4 dauerhaft vom Netz gehen. BUND, Metropolsolar und 100 Pro Energiewende fordern, auch Block 6 sofort abzuschalten oder zumindest in die Kaltreserve zu überführen. Dies wäre ein erster Schritt und ein wichtiges Signal für den Klimaschutz.

Die Studie Klimaschutzkonzeption Mannheim 2020 finden Sie hier:
https://www.mannheim.de/sites/default/files/page/2716/klimaschutzkonzeption_2020_zusammenfassung.pdf

Tobias Staufenberg (BUND Rhein-Neckar-Odenwald), Daniel Bannasch (Metropolsolar Rhein-Neckar) und Ursel Risch (100 Pro Energiewende)

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