Die Energiewende kommt dezentral – 2. MPS-Energiegespräch in Speyer

Ein Bericht von Pierre Herrmann zum

2. MPS-Energiegespräch in Speyer zum Thema

Die Energiewende kommt dezentral – mit virtuellen Kraftwerken und Smart Grids

Die Zukunft des Energiesystems – in Deutschland und weltweit – basiert auf Erneuerbaren, im wesentlichen Sonne und Wind. Wie das funktionieren soll, wurde in dem Vortrag (siehe Folien), den Prof. Dr.-Ing. Gerhard Weissmüller von der DEEnO Energie AG beim 2. MPS-Energiegespräch in Speyer am 15.10.2014 im Collectus Energiezentrum hielt, so deutlich wie in kaum einem früheren Beitrag.

Klar ist, dass Sonne und Wind genutzt werden müssen, wenn Sie verfügbar sind, sie können nicht von uns gesteuert werden. Den Rest müssen alle anderen zur Verfügung stehenden Energieträger erbringen, in der Übergangszeit auch die konventionellen Fossilen und Atomaren. Bereits heute decken Erneuerbare zeitweise einen Großteil der benötigten Stromleistung ab, so dass viele konventionelle Kraftwerke aus Kostengründen stillgelegt werden sollen. Die Veränderungen am Energiemarkt sind also heute schon spürbar.

Nur wenn die Energieversorgung sicher und preiswert sein wird, wird die Energiewende aber auch gelingen:

– Dazu werden virtuelle Kraftwerke und Smart Grids benötigt. Smart Grids verbinden viele kleine dezentrale Kraftwerke zu einem virtuellen großen Kraftwerk.

– Das Stromnetz muss um Informations- und Kommunikationstechnologie erweitert werden, damit Erzeugung und Verbrauch jederzeit in Einklang gebracht werden können.

– Wir benötigen für Verbraucher, Erzeuger und Speicher Geschäftsmodelle, die mit geeigneten Marktplatz- und Betriebstechnologien umgesetzt werden.

– Es wird mehr Flexibilität verlangt, um auf das schwankende Angebot an Sonne und Wind zu reagieren.

– Wir werden ein 5- bis 7-fache installierte Leistung gegenüber der benötigten Leistung haben, weil die Kraftwerke nicht mehr zu 90% ausgelastet werden, dafür aber ohne Brennstoff auskommen und (fast) nur Investitionskosten anfallen, so dass eine Auslastung von 20% ebenfalls ausreichend sein kann.

– Neben Strom müssen auch Wärme und Kälte, Mobilität, Lebensmittelversorgung, Umweltschutz, etc. mit einbezogen werden, um 100% regenerativ zu werden.

– Dazu muss die Energieeffizienz gesteigert werden!

– M2M-Kommunikation, auch als Internet der Dinge bekannt, werden eine Industrie 4.0 mit gesteigerter Automatisierung fördern.

Dezentralität bedeutet so nicht nur, dass regenerative Erzeugungsnalgen in der Fläche verteilt sind: Arealnetze werden lokal optimiert, so dass sie nur noch eine kleine Differenzmenge zur eigenen Erzeugung von außen beziehen. Diese Netze werden wiederum in Stufen regional, überregional usw. bis auf höchste Ebene optimiert. So entsteht aus dezentralen Einheiten ein auf Erneuerbaren basierendes, intelligent vernetztes und gesteuertes Energiesystem, das – gegen böswillige Eingriffe von außen geschützt – sicherer und stabiler funktioniert als unser Grund- und Spitzenlast-orientiertes Energiesystem heute.

Indem Strom, Wärme, Kälte, Mobilität vernetzt und ineinander umgewandelt werden können, werden wir nicht mehr von immer weiter steigenden Energieimportkosten betroffen sein. Stattdessen wird Photovoltaik in Zukunft zu wesentlich niedrigeren Preisen als heute breitflächig angewendet Energie im Überfluss bereitstellen, so dass wir wesentlich mehr Komfort zu geringeren Kosten haben als heute werden – und das weltweit!

Die Vortragsfolien, die Dr. Weissmüller freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, können Sie auf der Seite von MetropolSolar finden: hier herunterladen und anschauen

Dafür müssen wir heute aber die Bedingungen schaffen und weiter die Weichen stellen! Nur wenn mit Erneuerbaren auch Geld verdient werden kann, wird mehr investiert, z.B. in PV-Anlagen mit Speicher und optimiertem Eigenverbrauch. Und nur so kann die träge Masse der Konventionellen Schritt für Schritt aus dem Markt gedrängt werden. Nicht umsonst liegen zu gut einem Drittel der rund 150 konventionellen Kraftwerke Abschaltersuche vor.

Wir laden Sie daher, gerne zu unserem

nächsten MPS-Energiespräch in Mannheim am 28.Okt.2014

ein, um mit Ihnen zu diskutieren, wie die Energiewende weitergehen kann!

 

One Response to Die Energiewende kommt dezentral – 2. MPS-Energiegespräch in Speyer

  1. […] 15.10. MPS Energie Gespräch Speyer “Die Energiewende kommt dezentral – mit virtuellen Kraftwerken und Smart Grids” mit Prof. Dr.-Ing. Gerhard Weissmüller (und MPS Intro; siehe auch Bericht von Pierre Herrmann) […]

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