Alle Jahre wieder…

… nein, nicht Weihnachten.

Hier geht es ja um die Energiewende, und die kann man sich zwar wünschen, aber man bekommt sie nicht an Heilig Abend, nicht am ersten Weihnachtsfeiertag und am 6. Januar, dem Tag der heiligen Drei Könige wohl auch noch nicht. Ja, leider.

Zum Ende des Jahres halten wir auch unsere Mitgliederversammlung ab und zwar am:

Mittwoch, den 26.11.2014 um 19 Uhr
im Jugendkulturzentrum FORUM

Alle Mitglieder sind herzlich eingeladen. Interessierte dürfen sich gerne anmelden.

Man kann sich seine eigene Energiewende machen, mit Ökostrom (1), der kann dann auch mal die LED-Weihnachtsbeleuchtung erhellen (2), von konventioneller Fleischernährung auf regionale (3), fleischarme, vegetarische oder gar vegane (4) Bioernährung umsteigen (5), vom Auto auf die Bahn (6) und das Fahrrad (7) umsatteln, zuhause mehr kuscheln und weniger Heizen (8) und vieles mehr – bis hin zu einer 100% regenerativen Energieversorgung für Strom, Wärme und Mobilität ist es aber auch dann noch ein weiter Weg. Und so lange machen wir weiter, auch nächstes Jahr!

Kleines Rätsel: Wissen Sie, was Sie mit Ihrer eigenen Energiewende bewirken, wie Sie den uns nachfolgenden Generationen helfen, Klima, Ressourcen und die Umwelt zu schonen? Die Auflösung finden Sie am Ende des Beitrags.

Alle Jahre wieder, in den letzten Jahren auch recht verlässlich, kommen aber auch die Meldungen über die neue EEG-Umlage und wie der Strom teurer wird. Nicht so dieses Jahr! Die EEG-Umlage sinkt von 6,24 auf 6,17 ct netto – also um ganze 0,07 ct/kWh – yippieh!

Andere Organisationen haben schon längst vorgerechnet, wie sie viel mehr sinken könnte: weniger Zusatzkosten auf mehr Schultern verteilen. Große Kraftwerke müssen keine EEG-Umlage bezahlen, kleine PV-Anlagen auf Einfamilienhäusern von 11 kW bezahlen sie. Die Börsenpreise von der EEG-Umlage entkoppeln. Wenn der EEG-Strom die Börsenpreise sinken lässt, steigt die Differenz zwischen Einspeisevergütung und Erlösen für den billigen Verkauf des wertvollen Ökostroms. Daneben werden noch einige weitere Umlagen erhoben, z.B. die KWK-Umlage zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung und weitere, die in den letzten Jahren hinzugekommen sind. Über diese wird dagegen kaum berichtet. Oder wissen Sie was sich hinter den Paragrafen §19(2) StromNEV, §17f EnWG, §18 AbLaV verbirgt und wieviel diese zusätzlich kosten? Über Sinn und Unsinn, Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit kann man hier streiten.

Der Strompreis könnte also nun weit mehr sinken als er nun tatsächlich sinken wird.

Greenpeace Energy senkt als erster unserer Ökostromanbieter die Preise zum 01. Januar 2015 um 1 ct/kWh. LichtBlick hat bereits nachgezogen und angekündigt zum 01. März 2015 die Preise um 0,32 ct/kWh zu senken. Begründet wird dies mit gesunken Einkaufspreisen – dank des zügigen Ausbaus der erneuerbaren Energien! Und entgegen der steigenden Netzentgelten bei leicht sinkender EEG-Umlage. Die Erneuerbaren Energien zeigen damit eine insgesamt senkende Wirkung auf den Strompreis!

Die KWK-Umlage und die Umlagen nach §19(2) StromNEV, §17f EnWG, §18 AbLaV werden dagegen nicht erwähnt.

Mit der Umlage nach §19(2) StromNEV (Strom-Netzentgeltverordnung) können Unternehmen mit besonders gleichmäßigem Stromverbrauch oder hohem Verbrauch in Zeiten allgemein niedrigen Verbrauch teilweise (sehr stark) von den Netzentgelten befreit werden, die für den Transport und die Verteilung der elektrischen Energie quer durch Deutschland anfallen. Damit der Netzbetreiber dies nicht selbst tragen muss, werden über die Umlage alle Endkunden zur Kasse gebeten. Praktisch wird allerdings der Sinn, Strom besonders dann zu verbrauchen, wenn mehr Strom erzeugt als verbraucht wird, nicht erfüllt, da die zugrundeliegenden Zeiten, drei Monate im Voraus für ein ganzes Jahr festgelegt werden und nur Unternehmen ab einer bestimmten Größe davon profitieren können. Ein echter Nutzen wäre ein Bonus, den diejenigen erhalten, die auf das Angebot von Sonne und Wind reagieren. Das lässt sich aber nicht ein Jahr im Voraus festlegen.

Mit der Umlage nach §17f EnWG werden Transportnetzbetreiber (in Deutschland die vier Regelzonenführer*) entlastet, die es nicht geschafft haben, Ihrer Anschlusspflicht für Offshore-Windparks rechtzeitig nachzukommen. Begründet wird dies mit den langwierigen Verfahren, die die Anwohner und den Umweltschutz berücksichtigen.

Mit der Umlage nach §18 AbLaV werden Unternehmen begünstigt, die sich bereit erklären, einen Teil Ihrer Anlagen auf Anforderung abzuschalten. Dies können große Kühlanlagen sein, die die Kälte speichern und so nicht jederzeit in Betrieb sein müssen. Auf der Seite netztransparenz.de kann man nachlesen, welche Mittel dafür verteilt werden und auf der Seite regelleistung.net, welchen Erfolg dieses Instrument hatte:

  • – Insgesamt 7 Verträge über 1176 MW abschaltbare Lasten wurden geschlossen,
  • – insgesamt 2 mal wurden 247 MW auch tatsächlich für jeweils 1 Stunde abgeschaltet.
  • – Es wurde somit die Erzeugung und Weiterleitung von fast 500 MWh vermieden.
  • – Dafür werden für 2015 Kosten in Höhe von 31.855.515 Eur inkl. Zusatzkosten für IT und sonstiges prognostiziert.

Damit könnte ein Blackout vermieden worden sein – oder aber auch der Verkauf von Strom ins Ausland ermöglicht worden sein.

Insgesamt sinken von 2014 auf 2015 die Umlagen für das EEG, das KWKG, §19(2), §17f und §18 von netto 8,819 auf 8,666 ct/kWh (brutto um -0,182 ct/kWh). Wenigstens dies kann von Stromversorgern nicht als Grund für Preissteigerungen aufgegriffen werden – aber passen Sie auf! Wechseln Sie lieber zu einem fairen Ökostromanbieter, den wir empfehlen können.

Zukünftig werden wir uns darauf einstellen müssen, dass

  • – Sonne und Wind beeinflussen, wieviel Strom wir wann verbrauchen können
  • – wieviel zusätzlich aus anderen Quellen erzeugt werden muss,
  • – Strom, Wärme/Kälte und Mobilität intelligent verknpüfen,
  • – wir Geld dafür bezahlen werden, damit wir überhaupt Strom haben,
  • – und andererseite Geld dafür bekommen können, wenn wir Strom jetzt und nicht später verbrauchen oder umgekehrt,
  • – bzw. wenn wir unseren Verbrauch generell am Zustand des Netzes ausrichten,
  • – der Ausbau von zusätzlichen Leitungen, Erneuerung von Infrastruktur und Kommunikationsmitteln zunehmen wird,
  • – wir im Sommer für den Winter vorheizen, etc.

Steigende Preise werden jedoch verkraftbar, wenn der Stromverbrauch insgesamt sinkt. Dies reduziert die Umweltauswirkungen und hilft, möglichst schnell die gesamte Energie aus regenerativen Quellen zu decken.

*Die Regelzonenführer sind ehemalige Unternehmensteile der großen Energiekonzerne in Deutschland und haben das Transportnetz, mit dem Strom über große Entfernungen übertragen wird, unter sich aufgeteilt. So ist es auch zu verstehen, warum in anderen Ländern nur eine Regelzone besteht, in Deutschland zwar eine Vereinheitlichung und bessere Kommunikation zur Nutzung von Synergieeffekten angestrebt werden, aber dennoch betont wird, dier vier Regelzonen hätten sich „bewährt“ (Siehe Stichwort „Netzregelverbund“ auf regelleistung.net).

Jetzt noch zur Auflösung des Rätsel am Anfang des Artikels, hätten Sie’s gewusst? Jeder hat vielfältige Möglichkeiten Klima, Umwelt und Ressourcen zu schonen, ohne dabei auf Komfort zu verzichten, und dabei auch die Energiewende voranzubringen.

Man kann sich zwar seine eigene Energiewende machen, mit Ökostrom (1), der kann dann auch mal die LED-Weihnachtsbeleuchtung erhellen (2), von konventioneller Fleischernährung auf regionale (3), fleischarme, vegetarische oder gar vegane (4) Bioernährung umsteigen (5), vom Auto auf die Bahn (6) und das Fahrrad (7) umsatteln, zuhause mehr kuscheln und weniger Heizen (8) und vieles mehr:

(1) regenerative Energieerzeugung
(2) weniger Strom = Energieeinsparung
(3) weniger Transport = weniger Treistoffverbrauch
(4) weniger Tierhaltung = mehr Ressourcen-Effizienz
(5) u.a. weniger konventioneller, d.h. Erdöl-basierter Dünger = weniger Ressourcenverbrauch
(6) weniger CO2-Ausstoß
(7) regenerative Energienutzung
(8) 1°C weniger Raumtemperatur verbraucht 6% weniger Heizenergie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.