Am 23.12.2009 hat die MVV Energie AG mir einen netten Weihnachtsbrief geschickt. Mein Artikel “MVV schickt Abwerbebriefe” schmeckt der Energie AG nicht. Ich wurde zu Weihnachten per Botenpost (nicht mal eine Briefmarke war übrig und ich habe ihn soeben nach meinem Weihnachtsurlaub aus dem Kasten gezogen) schriftlich aufgefordert den Artikel vollständig und unverzüglich bis 26.12.2009 18:00 Uhr von den Internetseiten zu entfernen. Man droht mir sogar mit gerichtlichen Schritten, falls ich der Aufforderung nicht nachkomme. Immer locker bleiben liebe MVV Energie AG. Warum so nervös? Natürlich sind die personenbezogenen Daten zu löschen, sobald ihre Kenntnis für die Erfüllung des Zwecks der Speicherung nicht mehr erforderlich ist. Wie lange Daten zum Zweck der Werbung genutzt werden dürfen, ist leider fraglich. Dafür gibt es laut der MVV-Konzernrechtsabteilung in der “Rechtsliteratur” eine Frist von zwei Jahren. Ich habe allerdings schon vor mehr als zwei Jahren zu einem echten Ökostromanbieter gewechselt. Aber die Daten dürfen meines Erachtens nur für die Zwecke geändert oder genutzt werden, für die sie gespeichert worden sind – also zur Kundenbetreuung und nicht um eine verlorene Kundenbeziehung neu anzubahnen. Die MVV ist da allerdings anderer Meinung. Die Zweckbindung nach § 28 BDSG lautet: “Daten dürfen nur im Rahmen des konkret festgelegten Zwecks verarbeitet werden. Entfällt der Zweck, wird die Verarbeitung unzulässig”. Jedenfalls hat das Oberlandesgericht in Köln entschieden, dass die Nutzung alter Kundendaten unzulässig ist, wenn zugleich die Information benutzt wird, wer der neue Lieferant ist. Und: ganz egal was recht und billig ist: wer in den Tagen der Klimakonferenz von Kopenhagen die Ex-Kunden auffordert aus einem Ökostromtarif in einen Nichtökotarif zu wechseln, der kommt irgendwie ziemlich schräg und unglaubhaft daher. Gehts der MVV Energie AG wirklich nur ums Geld? Hat sie DAS nötig? Ich würde mir wünschen, dass die MVV Energie AG mehr von Ihrem Werbeetat für ihr Klimaengagement einsetzen würde. Ein notwendiger Schritt wäre auch das Austreten aus dem Risiko der Kohlekraft und damit aus der Grosskraftwerk AG.
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Hm, ich war auch einmal MVV-Kunde und bin nun mit Naturstrom glücklich. Aber ich werde die MVV jetzt mal um (kostenlose!) Auskunft zu den über mich gespeicherten Daten bitten. Und dann sollte eigentlich an mich keine Post mehr kommen. Traurig, dass das für die MVV mit viel Aufwand und Kosten verbunden sein wird, wenn das noch mehrere Ex-Kunden tun – aber so bin ich dann in Zukunft vor lästigen Werbebriefen sicher.
Übrigens: Einen Mustertext gibt es unter http://www.vzbv.de/start/download.php?file=musterbrief_auskunftsersuchen_und_widerruf.doc&ordner=mediapics