Was lange währt, wird endlich gut. Schon seit Jahren wird im Verband Region Rhein Neckar davon gesprochen, ein Energiekonzept für die Metropolregion Rhein Neckar erstellen zu lassen. Einige Vorarbeiten wurden ja auch schon im eigenen Haus geleistet (siehe hier). Nachdem am 15. Mai 2009 von der Verbandsversammlung die Auftragsvergabe zur Erstellung eines „Regionalen Energiekonzepts Rhein-Neckar“ beschlossen wurde, vergab man jetzt den Auftrag zur Erstellung des Konzeptes an die KEWOG Städtebau GmbH, Regensburg und das damit zusammenhängende Zentrum für rationelle Energieanwendung und Umwelt. “Ziel des „Regionalen Energiekonzepts Rhein-Neckar“ ist es, den Energiesektor unter den Aspekten Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit, Umwelt- und Klimaschutz sowie Effekten am Arbeitsmarkt zu betrachten. Dabei sollen zunächst die energiepolitischen und energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen dargestellt und eine Bilanzierung der Energieerzeugung und des Energieverbrauchs der Metropolregion Rhein-Neckar vorgenommen werden.” Das gab der Verband in einer Pressemeldung bekannt.
Zwar ist es einerseits begrüßenswert, wenn sich der Verband durch die Auftragsvergabe um die Zukunft der Energieversorgung bemüht. Allerdings stellt sich schon die Frage, warum es so lange gedauert hat, bis die Auftragsvergabe auf den Weg gebracht wurde. Solch ein Konzept hätte vor der Entscheidung für Block 9 auf dem Tisch sein müssen. Bis das Konzept fertig sein wird, könnten die Weichen der Energieversorgung der nächsten Jahre in der Region bereits gestellt sein, wenn die Klage gegen Block 9 das nicht noch verhindert. Ferner stellt sich die Frage, inwieweit es noch Bedarf an Studien gibt, die sich mit dem Energieverbrauch der Region beschäftigen. Neben den bereits oben erwähnten Studien des Verbandes selbst, gibt es bereits eine Reihe von weiteren Studien und Untersuchungen zu dem Thema. Bereits 2001 gab es eine erste Studie von Hirschl am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung. Auch die Fernwärmestudie der MVV und anderer Energieversorger hat den Verbrauch der Region detailliert untersucht. Es gibt auch eine von Unternehmensgrün e.V. durchgeführte Kurzstudie zum Potential erneuerbarer Energien in der Region. Kürzlich wurde auch die Doktorarbeit von Andreas Frank mit dem Titel “Nachhaltige Energieversorgung im regionalen Kontext” veröffentlicht, die sich ausführlich mit dem Energieverbrauch und den Potentialen erneuerbarer Energien in der Metropolregion Rhein Neckar beschäftigt und darüber hinaus die einzelnen Akteure der Region untersucht.
Wenn man die genannten Untersuchungen genau durchliest, wird klar, dass ein Wechsel der Energieversorgung hin zu einer dezentralen Struktur auf Basis erneuerbarer Energien möglich ist. Wichtig ist es deshalb, jetzt die richtigen Weichenstellungen zu treffen, damit die Entwicklung auch in diese Richtung läuft. Dazu gehört auf kommunaler und regionaler Ebene insbeondere eine stärkere Förderung und Unterstützung der Einsparung im Heizwärmebereich. Dort liegen die größten Einsparpotentiale im Bereich der Energieversorgung. Ferner ist eine Regionalplanung nötig, die den Bau von Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien möglich macht, insbesondere im Bereich der Windkraft. Es gilt jetzt, die Erkenntnisse der letzten Jahre in die Praxis umzusetzen, wie es andernorts bereits in stärkerem Maße geschieht.
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