Britische Klimaschützer haben das Kohlekraftwerk Didcot bei Oxford besetzt und den 200 Meter hohen Schornstein erklommen. Bereits gegen halb fünf Uhr morgens verschafften sich zweiundzwanzig Aktivisten des britischen Klimacamps auf Fahrrädern Zugang zu dem Werk, wo sie sich nun verbarrikadieren wollen. Plan der Aktivisten ist, den Betrieb des Kraftwerks auszusetzen – “für Wochen, nicht Tage”.
Solange sie ihre Pläne für neue Kohlekraftwerke nicht einstellen, werden sie uns nicht los”, so die britische Aktivistin Amy Johnson. Nach dem Erfolg gegen den Energiekonzern Eon, der die Pläne für ein Kohlekraftwerk bei Kingsnorth nach jahrelangen Protesten im Oktober auf Eis legte, müsse verhindert werden, dass Rwe-Tochter N-Power nun zur Zuglokomotive deutsch/britischer Kohleenergie würde. Derzeit plane der Konzern die Errichtung von 30 Kraftwerken in Großbritannien, aber auch in anderen Ländern in Europa. Auf der Insel entstünde damit das erste neue kohlebefeuerte Kraftwerk seit 30 Jahren.
Die Kletterer haben Proviant für mehr als eine Woche im Gepäck und wollen ihr neues Domizil möglichst lange halten. Ziel der Aktivisten, die sich teilweise auch innerhalb des Schornsteins abseilen wollen oder bereits an Kohle-Förderbänder gekettet sind, ist die möglichst effektive Störung des Kraftwerks-Betriebs. Für den Fall, dass das Kraftwerk auf Gas umstellen müsste ( dies ist für einen solchen “Notfall” vorgesehen) bedeutete dies eine Einsparung von zehntausenden Tonnen von Kohlenstoff.
Auch eine Woche nach dem großen “Climate Swoop” und dem Sturm auf das Kohlekraftwerk Ratcliffe-on-Soar bei Nottingham machen die britischen Klimaaktivisten ihrem Namen damit alle Ehre: Besetzt wurde am Morgen auch ein Tagebau Shipley in Derbyshire. Auch in der vom Tagebau durchzogene Region Mainshill in Schottland gab es erneut Blockaden: Schottische Aktivisten halten das Gelände eines zukünftigen Tagebaus bereits seit vier Monaten mit einem Solidaritätscamp besetzt.
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