Am 21.September 2009 fand in Mannheim eine Infoveranstaltung vom Verein 100 Pro Energiewende mit Erhard Renz zum Thema „Energie in Bürgerhand“ statt. Diese clevere Idee, dass sich BürgerInnen selbst an der Energieversorgung beteiligen, ist unter sozialen, ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten wichtig und richtig. Sie stellt die Stromkonzerne auf den Kopf! Wenn das Geld seine Fließrichtung ändert, dann sind plötzlich Dinge möglich, die vorher undenkbar waren. Die Abhängigkeit von den Stromkonzernen wird reduziert und dadurch der Ausbau der erneuerbaren Energien gefördert.
Wie ist das möglich?
Freiburger Bürger haben die Genossenschaft “Energie in Bürgerhand” gegründet, um gemeinsam mit vielen anderen die Idee einer ökologischen und zukunftsweisenden Energiewirtschaft zu verwirklichen. Jeder kann als gleichberechtigtes Mitglied der Genossenschaft beitreten. Er erhält unabhängig von der Höhe seines Anteils eine Stimme. So ist auch ausgeschlossen, dass sich Investmentgesellschaften einkaufen können, um die Ziele der Genossenschaft zu beeinflussen. Das ist eine einmalige Chance, die wir jetzt ergreifen müssen. Die Privatisierung hat dazu geführt, dass Preise steigen, Arbeitsplätze abgebaut und Kommunen belastet werden. Durch „Energie in Bürgerhand“ wird diese Entwicklung umgekehrt, der Versorgungsauftrag in den Vordergrund gestellt und nicht die Kapitalorientierung.
Es haben sich inzwischen 3000 Menschen beteiligt und 20 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. So können es BürgerInnen und Kommunen schaffen, den Energieriesen ein Schnippchen zu schlagen und das fünftgrößte Energieunternehmen in Deutschland übernehmen! Mit schon 500 Euro bist Du Miteigentümer von 90 Stadtwerken mit 7,5 Millionen Kunden. Du kannst mitbestimmen, ob diese mit Atomstrom oder grünem Strom versorgt werden. Du kannst dafür sorgen, dass Millionenbeträge nicht länger in Konzernkassen versickern, sondern zurück in die Taschen der Bürger vor Ort fließen. Da nicht alle Menschen mal schnell 500 Euro übrig haben, möchte „ 100 Pro Energiewende e.V.“einen Anteil kaufen. Dafür sammeln wir Geld auf unser Konto bei der Sparkasse Rhein Neckar Nord BLZ 67050505, Nummer 3 888 60 61 Betreff „Energie in Bürgerhand“.
Um einer Zwangsentflechtung durch das Kartellamt vorzubeugen, will E.ON seine Tochter Thüga, in der Beteiligungen an den Stadtwerken gebündelt sind, bis zum Herbst 2009 verkaufen. Das Zeitfenster für eine Thüga-Beteiligung ist also klein – aber es ist eine einmalige Chance.
Der geschätzte Wert der Thüga liegt bei rund 4 Milliarden Euro. Schon jetzt haben sich zwei Gruppen aus Stadtwerken und kommunalen Versorgern zusammengetan, um rund 60-70 Prozent der Thüga-Anteile zu erwerben. Weitere Stadtwerke haben ihr Interesse bekundet und auch „Energie in Bürgerhand“ will mit einer möglichst hohen Beteiligung einsteigen.
Die Thüga ist ein Unternehmen mit 15 Milliarden Euro Jahresumsatz, 20.000 Mitarbeitern und bietet ein breites Portfolio, das ein Höchstmaß an Sicherheit garantiert. Die Thüga konnte in der Vergangenheit regelmäßig solide Gewinne erwirtschaften, die der Mutter E.ON zuflossen. Mit einer Beteiligung hat man einen Fuß in der Thüga und kann erreichen, dass dieses Geld in Zukunft zurück zu den BürgerInnen und in eine ökologische Energiewirtschaft fließt. Sollte es zu einer Beteiligung an der Thüga kommen, wären die Genossenschaftler auch an den auszuschüttenden Gewinnen der Thüga beteiligt. Darüber hinaus könnten Mittel in die Förderung weiterer ökologischer Projekte fließen. Die ökologischen Perspektiven in der Thüga sind der Verzicht auf Atomstrom in allen Thüga-Stadtwerken und stattdessen weitgehend regenerative Erzeugung von Strom und Gas sowie die massive Förderung von Energieeffizienz und -einsparung.
Machen wir uns bewusst wie viel Geld aus unseren Regionen derzeit in ein unüberschaubares und nicht direkt beeinflussbares Konzerngeflecht fließt. Gut, dass jetzt so viele Bürger aufstehen,
um das zu ändern. Die Erneuerbaren Energien müssen weiter ausgebaut und Atomkraftwerke wie Fessenheim, Neckarwestheim,Brunsbüttel und Krümmel endlich abgeschaltet werden. Dazu leistet „Energie in Bürgerhand“ einen wichtigen Beitrag. Ich bin dabei!
www.energie-in-buergerhand.de
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