Das Mannheimer Bündnis „Für die Energiewende – Nein zu Block 9“ freut sich über die Auszeichnung mit dem Umweltpreis der Stadt Mannheim. Mit Kreativität und Ausdauer engagiert sich das Bündnis seit der Gründung im Sommer 2008 für die Energiewende und gegen den geplanten Neubau des Kohlekraftwerks in Mannheim.
„Wir freuen uns über die Auszeichnung als Anerkennung für das geleistete ehrenamtliche Engagement im Hinblick auf Klimaschutz, eine Wende zu einer zukunftsfähigen Energieversorgung und die Vertretung der Interessen der Bevölkerung“, erklärte Gerhard Fontagnier vom Bündnis “Für die Energiewende – Nein Zu Block 9″. Fontagnier weiter: „… enttäuschend aber bleibt, dass unsere Vorschläge und Forderungen gerade bei der Stadt Mannheim oft auf Widerstand und Unverständnis stießen. Wir hoffen aber, dass der Umweltpreis wie bei der Mondlandung ein kleiner Schritt für die Stadt – aber ein großer Schritt für ein klimaneutrales Mannheim von morgen ist.“
Die Enttäuschung seitens der Kohlegegner kommt nicht von ungefähr. Unter anderem lehnte die Stadt Mannheim Forderungen nach der Aufstellung eines Bebauungsplans ab. Das nachfolgende Bürgerbegehren, bei die Initiative in nur zwei Monaten über 16.000 Unterschriften (das enstpräche übrigens ca. 20 % der Stimmen bei der Gemeinderatswahl) gesammelt hat, war von der Stadt trotz eines anders lautenden Rechtsgutachtens wiederholt als unzulässig erklärt worden. Auch das mehrfach geforderte Mitspracherecht der Bevölkerung endete mit der so genannten Bürgerversammlung in einer reinen Informationsveranstaltung.
„Die Stadt ließ alle ihr gegebenen Möglichkeiten der Einflussnahme ungenutzt – neben der Aufstellung eines Bebauungsplans oder der Forderung nach einem Raumordnungsverfahren gilt dies vor allem für den Einfluss auf die teilkommunale MVV Energie AG, die zu 51 Prozent in städtische Hand ist“, so Matthias Weyland, Geschäftsführer beim BUND Rhein-Neckar-Odenwald. Als Reaktion auf den Umweltpreis erklärte Weyland: „Wir würden uns freuen, wenn über die einmalige Auszeichnung hinaus von Seiten der Stadt Mannheim nachdrückliche Taten für Umwelt- und Klimaschutz folgen.“
Aktuell läuft von Seiten der Initiative die Spendenkampagne „Kohle gegen Kohle“ zur Finanzierung einer Klage gegen Block 9. Das Bündnis äußerte sich zuversichtlich, die nötigen Mittel zur Finanzierung der Klage zu organisieren – erste Spenden seien bereits eingegangen. Wenn jeder Unterzeichnende des Bürgerbegehrens nur drei Euro spendet, sei der Klage deutlich gelassener entgegen zu sehen.
5 Meinungen
Ok, hab mir das Prozedere nochmal angeschaut: Um den Umweltpreis bewirbt sich jeder, der der Meinung ist, er hätte einen verdient, selbst…und erhält dann fast zwangsläufig einen: 68 Bewerber, 67 Preise! Oder eigendlich nur 66. Denn für die unliebsamen Kohlegegner wird extra im bürokratisch augeblähten Abstufungssystem die Kategorie “Anerkennung” kreiert (nicht zu verwechseln mit der Kategorie “Anerkennungspreis”, die gibts auch). Das da hinter den Kulissen allerhand los war, glaub ich gern. Ergebnis: Fürs stete Bemühen die goldene Ananas. Und keine müden Euro (was euch wieder auf eine Stufe mit den “Großen” hebt, z.B. der US-Army; aber diese Umweltengel fallen wenigstens in die Kategorie Sonderpreis).
Es ist zwar anders als ich vermutet hatte, aber ich befürchte mein erster, etwas derber Kommentar passt doch…
Fazit: Wenn das Bündnis sich um den Preis bewirbt, hat es sich diese Anerkennung wohl auch verdient. So wie’s ist, kann man den “Preis” der Stadt leider nichtmal schwungvoll vor die Füße werfen.
Letzte Worte: Ich möchte nicht den großen Einsatz an Lebenszeit und Geld der Leute hier schmälern, oder durch den Kakao ziehen. Mutig, dass ihr auch unbequemen Stimmen eine Kommentarmöglichkeit bietet. Stadtverwaltung und Kraftwerkler trauen sich nicht, auf ihren üppigen websites unzensierte Öffentlichkeit zuzulassen…
verarscht? wer darüber informiert ist, wie im hintergrund versucht wurde unsere bewerbung unberücksichtigt zu lassen, kann dies so nicht sehen. wir hatten dadurch öffentlichkeit – dies alleine rechtfertig auch die annahme des witzpreises … versprochen: wir lassen uns nicht verarschen!
Sorry, aber merkt ihr nicht, dass ihr mit diesem “Umweltpreis” komplett verarscht werdet?
Ihre Meinung:



Auch wenn der Preis ein Witz der Geschichte ist – wir lassen uns nicht unterkriegen. Die fehlende Honorierung/Prämierung lässt sich ausgleichen, wenn wir den Preis öffentlichkeitswirksam versteigern
Kohle gegen Kohle – für die Energiewende!