Laut Grosskraftwerk denkt man ja “zukunftsorientiert” und so liest man auf der GKM-Website: “bei Block 9 wurde im Rahmen der Planung der Platz für die Errichtung einer „CCS-Anlage“ vorgesehen. Damit ist die Nachrüstung jederzeit möglich.”. Bei diesem in der Forschung befindlichen Verfahren wird das CO2 in die Erde gepumpt. Die Kosten einer solchen Anlage werden um die 2,5 Milliarden Euro geschätzt. Damit würden die Kosten der Stromherstellung ins Unermessliche steigen und die CCS-Anlage würde den Wirkungsgrad um weitere 10 bis 15 Prozent verschlechtern. Die EU Aber wo soll dann am Rheinufer das ganze Kohlendioxid hin. Unter die Erde – klar – aber stellen wir uns dies doch einmal vor: mit dem Block 9 wird das Kraftwerk dann jährlich ca. zehn Millionen Tonnen CO2 ausscheiden. Nur eine einzige Tonne benötigt etwa den Raum eines Schwimmbeckens von 10 Meter Breite, 25 Meter Länge und 2 Meter Tiefe! Hat also das GKM in der Planung den Platz unter Neckarau, Mannheim, der Rhein-Neckar-Region schon eingeplant? Wer kann den Raum für die CO2-Lagerung von 30 Jahren Kohlebetrieb berechnen? Oder soll das verflüssigte CO2 gar in diesen Mengen durch die Straßen gekarrt werden?
Weitere Infos zum Thema:
Im Zusammenhang mit dem Neubau von Kohlekraftwerken werden zunehmend die Begriffe „CCS-Ready“ bzw. „Capture-Ready“ diskutiert, die bescheinigen sollen, dass der Kraftwerksneubau für nachträgliche Installationen zur Abscheidung vorbereitet ist. Diese Begriffe sind allerdings derzeit nicht gesetzlich geschützt oder auch nur genau definiert. Da für den Aufbau der Abscheidung jedoch Flächen benötigt werden, die in etwa der ursprünglichen Kraftwerksfläche entsprechen, sollten bei einem Kraftwerksneubau oder einer Renovierung zumindest diese Flächen vorhanden und für die Nutzung freigegeben sein. Ein Kraftwerksneubau ohne diese Flächen kann im Zuge der Genehmigung auf keinen Fall geltend machen, “CCS-Ready” zu sein.
Carbon Dioxide Capture and Storage (CCS) ist eine Technologie, die darauf abzielt, beim Verfeuern von fossilen Brennstoffen entstehendes Kohlendioxid (CO2) von anderen Abgasen zu trennen und es anschließend zu deponieren, damit verhindert wird, dass es in die Atmosphäre gelangt. CO2 ist neben Wasserdampf und vor Methan sowie Lachgas (N2O) das bedeutsamste Treibhausgas.
CCS existiert als Technologie, die in kleinem Maßstab bereits in verschiedenen Bereichen – etwa bei der Öl- und Gasförderung – angewandt wird. Als Großtechnologie für den Klimaschutz ist sie jedoch noch in einem Frühstadium. In Frage kommt die Technik in diesem Bereich v.a. für große Emittenten, insbesondere für Kraftwerke.
Der Weltklimarat der UNO (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) hält die Abtrennung und geologische Speicherung von CO2 – wie CCS in deutschsprachigen Fachkreisen genannt wird – für einen potenziell wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des globalen Klimas. CCS könnte demnach bis zum Ende des Jahrhunderts zwischen 15 und 55% der notwendigen Treibhausgas-Reduktionen beitragen.
Problem Kosten- und Energie-Effizienz
Außer Zweifel steht, dass CCS den Bau und den Betrieb von Kraftwerken und damit die Stromproduktion deutlich verteuert. „Sie müssen die Ausrüstung zur CO2-Abtrennung einbauen, man muss eine Infrastruktur für den Transport zu geeigneten Lagerstätten aufbauen und dann muss die Einbringung ins Erdreich und der Betrieb der Lagerstätte bezahlt werden“, erklärte Parlamentsberichterstatter Chris Davies am 6. Mai gegenüber Journalisten.
CCS verbraucht außerdem selbst Energie, weshalb ein Stromkraftwerk mit CCS zwischen 10 und 40 Prozent mehr Primärenergie benötigt, um die gleiche Menge Strom zu produzieren.
3 Meinungen
Ja – ein Papiertiger, den wir am Nasenring in die Arena führen müssen, damit alle sehen, dass er aus Papier ist!
… und diejenigen die unter ihren Füßen das CO2 gelagert bekommen werden sehr sehr glücklich sein…
http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/unterschaetzte-gas-gefahren/
CCS ist ein Papiertiger der ohne Absicherung des Staates (ähnlich wie bei Atomkraftwerken) nie zum laufen kommt. Denn es wird sich keine Versicherung finden die dieses Risiko absichert.
Ihre Meinung:




Hellau Hellau,
gestern ging die Versuchsanlage für CCS von Vattenfall in der Lausitz, Brandenburg in Betrieb: 30 MEGAWATT!
38 Millionen Tonnen CO2, die allein in der Lausitz entstehen, sollen damit in Zukunft aufgefangen werden, wenn 2020 feststeht ob die Technik funktioniert und wirtschaftlich ist. 70 Mio Euro wurden dafür investiert.
90% des CO2 werden verflüssigt und in LKWs abtransportiert. Für den Versuch gehen 8 LKW pro Tag auf eine 350 km lange Reise zum Lagerstandort, um je 30-40 Tonnen CO2 in ehemaligen Erdgasfeldern zu verpressen. LKWs sind natürlich auf Dauer keine Lösung, ob die Lagerstätte dicht hält weiß auch niemand.
Allein für Block 9 müssten 240 LKW jeden Tag bereitstehen, wenn statt der 30MW 900MW betrieben werden. Wir bräuchten also wohl eine Pipeline, aber wo führt die hin? Jedes Kraftwerk bräuchte eine Pipeline und einen Ort wo, das CO2 gelagert werden soll. Über 400 Mio Emissionsberechtigungen gehen pro Jahr an Energiewirtschaft und Industrie. Block 9 wird bekanntermaßen ca. 3 Mio Tonnen CO2 ausstoßen und in Deutschland stehen um die 40 Braun- oder Steinkohlekraftwerke. Sollten diese 400 Mio Tonnen CO2 eingelagert werden? Die Frage nach dem wo klingt wie die Frage nach Atommüllendlagern. Zwar strahlt das CO2 nicht, aber die Dichtigkeit soll nach Forderungen des Bundesumweltzamtes 0,01% unterschreiten. In 100 Jahren also nicht mehr als 10% Verlust. Dies sicherzustellen ist wohl genauso schwierig wie Atommüll sicher zu lagern.
siehe:
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/kohlendioxid100.html
http://www.rbb-online.de/_/nachrichten/wirtschaft/beitrag_jsp/key=news7933386.html
http://www.eex.com/de/Transparenz/Kraftwerksdaten/Liste%20der%20Kraftwerke