Unter der Überschrift: “Sparen Sie Kohle beim Heizen” verspricht die MVV 6 Prozent Heizkostenersparnis bei Senkung um ein Grad Raumtemperatur. Schauen wir doch mal nach ob das geht. Abgesehen davon, dass Kraft-Wärme-Kopplung (Stromerzeugung mit Wärme als Nebenprodukt) grundsätzlich eine gute Sache ist, gibt es doch einige Aspekte die stutzig machen. Mit Fernwärme müsste man doch der Umwelt UND dem Geldbeutel was Gutes tun können. Verspricht jedenfalls die MVV und das Grosskraftwerk.
Die Kostenstruktur der MVV für Abnehmer von Fernwärme regt allerdings wenig zum Sparen an. Dreht man die Zimmertemperatur wie von der MVV versprochen um ein Grad herunter, spart man laut MVV 6 Prozent Heizkosten. Tatsache ist aber, dass die Grundkosten für die Bereitstellung der Fernwärme bereits etwa 55 Prozent ausmachen. In einem Viermieterhaus entstehen etwa 3.400 Euro Heizkosten. Davon 1.550 Euro Verbrauch- und 1.850 Euro Grundkosten. Dreht man also die Temperatur von 21 auf 20 Grad herunter, sparen die vier Mieter dieses Hauses sage und schreibe je 18 Euro im Jahr und damit nur 2 Prozent Heizkosten. Selbst wenn man nicht mehr heizen würde, entstünden in dem Beispielhaus immer noch 1.850 Euro Heizkosten.
Die MVV macht also auf Ihrer Website falsche Angaben. Auch dem Vermieter wird damit jede Maßnahme zur Einsparung von Heizenenergie und damit Kohlendioxid unnötig schwer gemacht. Auch hier kann man einmal mehr feststellen: mit Kohle wird Asche gemacht. Wir Verbraucher sind dabei allerdings verraten und verkauft. Und Kohle kann man beim Heizen so kaum sparen. Es wird Zeit, dass wir auch beim Heizen die Wahl haben: Ökoheizung statt Kohlewärme.
Fernwärmestudie Metropolregion Rhein-Neckar
Würdigung der Fernwärmestudie durch das Umweltforum Agenda 21
16 Meinungen
Hallo Uli Müller, woher eigentlich willst du wissen, welche Produkte WIR kaufen? Und: selbst wenn es nur solche Produkte gäbe wie du es beschreibst, wäre es sinnvoller und notwendig für andere Verhältnisse und andere Produkte zu kämpfen. Eben weil der Mensch ein Mensch ist …
Hallo Erik, ich bin es eigentlich leid darüber zu diskutieren, aber es ist ja wohl erforderlich. An Alle, Kinderarbeit und Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft ist strikt abzulehnen, da stimme ich euch allen zu. Nur, wie ihr es hier pupliziert, es erscheint mir scheinheilig. Schaut mal auf eure Produkte die ihr alle kauft wo die hergestellt sind, schaut auf die Arbeitsbedingungen in diesen Ländern, vielleicht kauft ihr auch ein namhaftes deutsches Milchprodukt, dessen Besitzer eine rechte Partei unterstützt. Oder bekannte Ökoschuhe, wo ein Betriebsrat unerwünscht ist. Könnte diese Liste noch sehr lange weitermachen, aber darum geht es nicht. Es gibt tausende von Dingen in dieser Gesellschaft die ich wesentlich wichtiger empfinde als den Block 9! Klar, ich arbeite in der Energiebranche und habe hier auch eine andere Meinung. Ist ja auch mein Recht. Nur habe ich wirklich die Befürchtung, dass gerade durch solche Aktionen unsere Regierung sich bestätigt fühlt die Laufzeiten für Kernkraftwerke zu verlängern. Die Diskussionen hierzu sind ja schon voll im Gange! So liebe Freunde, jetzt war ich hoffentlich etwas freundlicher als bei den anderen Beiträgen, macht schön weiter, und an Erik: Mir fehlt noch das Argument warum das Kraftwerk überflüssig ist! Jeder weiß es doch nicht, sonst hätte doch jeder unterschrieben!
Gruß Uli
Hallo allerseits,
um nochmal auf den Anfang zurückzukommen: wie weit muss man sinken um zu sagen: “ist doch okay, wenn die Eltern keine Arbeit haben, dass dann mit Kinderarbeit ein Familieneinkommen da ist”?
Replik an Uli Müller: nein, es wird kein Kraftwerk gebaut, es soll ein Kraftwerk gebaut werden von dem jeder weiss, dass es überflüssig und schlecht ist – aber es gibt leider Leute, und die haben Wasserträger, die machen ihren Profit damit und leben ansonsten nach dem Motto: “nach mir die Sintflut”, nicht wahr?
Hallo Uli Müller, da ist jeder Kommentar überflüssig. Es lebe Rio Reiser und die Ton-Steine-Scherben. Extra für Dich ein Rio Reiser Song und Himbeereis:
Tommy sagt, nimm die Pfoten vom Klavier und steck die Knarre ein.
Kitty sagt, wir müssen weg von hier, es könnt schon morgen sein.
All die anderen stolpern blindlings durch die Stadt, finden den Bahnhof nicht.
Conny sitzt im Bett und meditiert, bei Tee und Kerzenlicht und hat die Türen dicht.
Ich bin irgendwo, zwischen Null und Zero,
die Welt verbennt auf meinem Video.
Uwe sagt, es ist alles scheißegal, Hauptsache Himbeereis.
Werner findet alles abgefahren, nur noch nicht legalized.
Und Heidi, die arbeitet sich ganz langsam hoch, was keiner wissen soll.
Rolf ist schon oben, findet’s doof und hat die Nase voll, vom Schnee vom gestern wohl.
Refrain:
Arni füttert seinen Commodore mit den letzten Lottozahlen.
Gerda will nicht wieder kandideren für die nächsten Landtagswahlen.
Arthur sagt, es wird nie mehr, wie’s ‘68 war.
Kurt spart neuerdings jeden Pfennig für’n Haus aus Sansiba,
Und nun ist alles klar:
Und ich spiel Domino, die Welt verbrennt auf meinen Video.
Die Welt verbrennt auf meinem Video.
Nochmal, Kohle aus Kinderhand, ich habe hier kleine Kinder, die bekommen Abgase aus (euren) Autos in die Nase geblasen! Macht mal was dagegen, oder sind unsere Kinder unwichtig? Jetzt wird hier ein Kraftwerk gebaut und ihr fangt an mit Kindern aus Afrika! Sorry, aber seid ihr noch ganz dicht? Und weiterhin, wißt ihr was es für einen Energieverbrauch bedarf eure Orangenen Kittel herzustellen? Ihr nutzt die Energie und lehnt sie ab! Ihr benutzt Energie um sie abzulehnen! Ich sag es mal wieder ironisch: Ihr macht mehr kaputt als ihr heilen könnt!!! Ich denke ihr seid so, hauptsache dagegen, aber keine Ahnung!Nochmal: Was ihr macht ist “KERNKRAFT”, und da seid ihr nur noch einen kleinen Schritt davon entfernt! Weiter so….
Wir hatten damals einen Spruch: “Macht kaputt was euch kaputt macht”, aber das seid jetzt ihr!!!
Hallo Jochen,
gut zu wissen, dass ihr da dran bleibt. Deine Schilderungen werden in den Links in meinem Kommentar weiter oben belegt. Wir fordern als Verbraucher zu erfahren von welchem Bauernhof die Eier kommen und ob die Hühner glücklich waren. Unter was-steht-auf-dem-ei.de können wir das Ei bis zum Huhn zurückverfolgen. Mit vielen anderen Produkten geht dies leider nicht. Schon gar nicht mit der Kohle. Das GKM berichtet trotz großem “Info”-Aufwand an keiner Stelle über die Herkunft der Kohle. Ich hatte die GMK-Hotline angerufen und dazu keine Auskunft erhalten.
Zum Thema Kohle aus Kolumbien gibt es von mir zwei Dinge beizutragen:
1. Es gibt eine mündliche Zusage vom Vorstand der GKM AG (Herr Cychon), das er zu einem Gespräch mit uns (attac) über die Arbeitsbedingungen in Kolumbien zur Verfügung steht. Wir sind gerade dabei, dieses Gespräch vorzubereiten, und einen Termin mit dem GKM zu vereinbaren. (Ich gehe davon aus, dass er sich an seine Zusage hält)
2. Neben dem Thema der Arbeitsbedingungen in Kolumbien, gibt es zwei weitere wichtige Zusammenhänge zu sehen:
1. Das es sich um Tagebau (wie hier in D die Braunkohle) handelt, werden die Lebensgrundlagen der in der Region lebenden indigenen Bevölkerung zerstört, und zwar ohne mit diesen zu sprechen, und ohne sie zu entschädigen. Sie werden in Einzelfällen schlicht und einfach mit Waffengewalt aus ihren Häusern vertrieben. Die Dokumente dazu (unter anderem einen Filbericht) liegen uns vor.
2. Die Bedingungen, unter denen sich die Minenarbeitern zu Gewerkschaften zusammenschließen können, um ihre Interessen zu vertreten, sind katastrophal. Gewerkschafter werden in Kolumbien verfolgt, außer Landes getrieben und ermordet. Kolumbien ist nach China das Land mit der höchsten Mordrate bei Gewerkschaftern.
Wie gesagt, wir bereiten das Thema vor, und werden die Öffentlichkeit und auch die GKM AG mit den Tatsachen weiter konfrontieren.
Jochen Magerfleisch
Es ist so leicht wichtige Dinge die weit entfernt sind mit fadenscheiniger Phrasendrescherei und ein paar Relativierungen wegzudiskutieren und sich aus der Verantwortung zu stehlen. Herr Müller scheint ja bereits alles richtig zu machen, wenn er hier bei anderen Menschen Lücken anprangert nur weil diese nicht die Augen verschließen und andere in ihrem Handeln versuchen zu demotivieren um selbst nicht in Zugzwang zu geraten.
Hallo Silke, nicht alles was ein Vorstand loslässt entspricht den Tatsachen. Dies sollte uns doch klar sein und “wenn die Tatsachen nicht passen, dann macht man sie passend”. Dieser Spruch ist nicht von mir sondern aus der PR-Fachliteratur. Also herabgesetzt hast du den Kollegen Uli Müller. Zu Oskar Lafontaine und “kleinen linken Parteisoldaten” habe ich hier nichts gesagt und hab ich auch nichts zu sagen. Und: ich verstehe dies hier als offene Diskussion und nicht als Streichelzoo und ich bin bereit jeden ernst zu nehmen. Das habe ich auch gemacht als ich mich mitten unter die GKM-Kollegen im Rosengarten gesetzt habe und mit Ihnen diskutierte.
Jetzt nenne ich hier mal ein paar Quellen zum Thema Kohle aus Kolumbien:
Gnadenloser Kohleabbau
Raubbau von Schweizer Firmen in Kolumbien
Kinderarbeit in Kolumbien
Kinderarbeit in kolumbianischen Kohleminen keinen Seltenheit
Kohleabbau und Kinderarbeit
Da genau ist nämlich die Verbindung zu “steinkloppenden Kindern”. Da kamen die Steine eben auch von einem Importeur mit einem Zertifikat für “artgerechten Steinabbau ohne Kinderhände”. Mehr als ein Stück Papier hat das Grosskraftwerk nämlich auch nicht. Da sollte man sich aber schon ein bisschen mehr Mühe machen wenn man “Asche aus Kohle” macht.
Hier berichtete das WDR 2004 über die zertifizierten Steine. Und hier berichtete ARD-exclusiv 2008 dann in einer Dokumentation über die traurige Wahrheit.
Bekannt ist zur Quelle der Kohle soweit nur, dass ein Teil der Kohle aus El Cerrejón in Nordkolumbien kommt. Hier mal ein Bericht der die Zustände dort beschreibt.
Ja, es ist sehr traurig zu hören bzw. lesen wie viele Leute einfach zu sagen haben ” da kann ich nichts dazu”. Wegschauen fördert diese Kindesmißbrauch. Kinder wie unsere, die erst ab 16 LEICHTE Arbeiten machen dürfen, auf aller Welt haben ein Recht Kind zu sein, und die Kindheit zu genießen. Ich tanke auch von andere Anbieter mein Strom und bin zufrieden. Außerdem, Kohle kommt von gefällten Bäume abgeholzte Wäldern…. Ist das Umweltfreundlich?
Meine Güte, muss man so unsachlich diskutieren?
Was haben steinkloppende Kinder in Indien für den Kölner Dom hier zu suchen? Natürlich ist das schlimm! Muss jetzt immer erst schreiben, dass man das schlimm findet, wenn man hier einen Kommentar schreiben will?
Muss man hier einen kleinen Arbeiter, der vermutlich seine Allgemeinbildung aus der Bild-Zeitung hat, diskreditieren? Was kann Lafontaine dafür, wenn ein kleiner Parteisoldat der Linken des Unterbezirks Wesel-Südost Unsinn erzählt? Ist das dann die offizielle und mehrheitlich getragene Parteilinie? Muss er sich dann dafür entschuldigen?
Zur Sache aber. Ich habe die Bürgerversammlung “nur” am Fernsehen verfolgt. Dieser Großkraftwerkvorstand hat doch sinngemäß gesagt, dass in “ihren” Zechen “solche” Zustände nicht herrschen und jeder, der anderes weiß, dies melden soll, dann würde das abgestellt. Hat das mittlerweile jemand getan!?
Es gibt wichtige und richtige Gründe gegen den neuen Block. Solche diffusen Anschuldigungen bringen aber nichts, sondern sind im Gegenteil kontraproduktiv. Der “Normalbürger” kommt sich dann veräppelt vor, wenn ein Kraftwerksvorstand unwiedersprochen Behauptungen abperlen lassen kann.
Hallo Uli Müller (Kollege vom GKM oder von der MVV?), ich vermute es geht um das Zitat zur Kinderarbeit. Es ist so (mehrfach von verschiedenen Kollegen) gefallen. Zitate sind ja wohl fast immer von Einzelpersonen. Auch ihr Halbsatz “… da kann ich auch nichts dazu” ist Sinnbild dafür, dass alles recht ist, Hauptsache man hat seine Arbeit. So ist es aber leider nicht. Man ist für mehr verantwortlich als für das was man sehen will. Uli Müller, äußern Sie sich doch hier im Kommentar deutlich gegen Kohle aus Kinderhand!
Ich tanke übrigens Gas und beziehe Ökostrom (nicht von der MVV). Als Cafebetreiber verkaufe ich nur fairgehandelten Kaffee und mache dadurch weniger Gewinn. Ich mache ganz bestimmt nicht alles richtig – aber ich versuche es.
Ein Kohlekraftwerksblock ist das Gegenteil von richtig machen. Es ist “Benzin ins Feuer schütten”.
Hallo, da habt ihr ja soooo recht, und wo tankt ihr???
Klar, ihr tankt Salzwasser aus der Nordsee, wir sind auch nicht in Kolumbien, und da kann ich auch nichts dazu!
Und wenn da einer ein Zitat von einer einzelperson bringt, die er vielleicht garnicht verstanden hat, Siehe Fontagnier, da finde ich es auch etwas daneben!
Wohl wahr. Das GKM behauptet die Arbeitsbedingungen dort wären in Ordnung. Gerade diese Woche lief eine Dokumentation über Kinderarbeit in Indien. Ein TV-Team hatte den Weg der Steine auf deutschen Plätzen (unter anderem auf dem Heumarkt in Köl) zurückverfolgt. Die Herkunft der Pflastersteine war sogar zertifiziert. Das Kamerteam konnte aber an der “Quelle” verstörte arbeitende Kinder unter 14 Jahren beim Steine hauen filmen. Manche arbeiteten schon seit 6 Jahren dort. In Kolumbien ist ähnliches zu befürchten. Es ist aber allgemein bekannt, dass insbesondere in Kolumbien die Arbeitsbedingungen im Kohleabbau katastrophal sind. Aktive Gewerkschafter müssen dort oft um ihr Leben fürchten. Viele Gewerkschafter hier vor Ort scheint das aber wenig zu stören. Sie befürworten den Kohleblock und den Kohleimport aus Kolumbien. Ich selbst habe mit Kollegen aus dem Grosskraftwerk bei der “Bürgerversammlung” im Rosengarten zum Block 9 darüber diskutiert. Da gab es sogar welche die fanden: “Besser Kinderarbeit als gar keine Arbeit”.
Ebenfalls erwähnenswert, hinsichtlich des Titels ist, das die Mannheim die weltweit billigste Kohle aus Kolumbien verwendet. Dort wird diese unter absolut menschenverachtenden Bedingungen gefördert und dies natürlich entsprechend gering vergütet.
Auch das ist ein Punkt der nicht übersehen werden sollte.
Ihre Meinung:



Hallo Gerhard Fontagnier, da hast du absolut recht! Das sind Dinge wo man kämpfen sollte. Da stehe ich auch vollkommen dahinter. Nur, wie gesagt ist es momentan nicht förderlich gegen Block 9 zu kämpfen wenn man die Kernkraft auch nicht will. Es wird die Zeit kommen, dass es auch ohne solche Kraftwerke wie Block 9 geht, aber soweit sind wir noch nicht.