Pressetext des Bündnisses: Die von der GKM AG an die Mannheimer Haushalte verteilte Broschüre zu Block 9 ist grob irreführend. Mit Block 9 werden zusätzlich pro Jahr 3,1 Mio Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid ausgestoßen, die Abschaltung von Block 3 und 4 sowie eine höhere CO2-Effizienz mit eingerechnet. Der Mehrausstoß ist damit höher wie der gesamte Ausstoß von Straßenverkehr, Industrie, Gewerbe und Privathaushalten in Mannheim zusammengenommen. Durch Block 9 wird – in völligem Gegensatz zu den deutschen und europäischen Klimaschutzzielen – der bereits überdurchschnittlich hohe CO2-Ausstoß Mannheims um 30 Prozent erhöht. Block 9 ist kein Beitrag zum “Umwelt- und Klimaschutz”. Schlimmer noch: die Stadt Mannheim würde mit Block 9 in einem völlig verantwortungslosen Ausmaß zur Klimaschädigung beitragen.
Im Folgenden leistet das Bündnis “Nein zu Block 9″ einen Beitrag zur Transparenz: Die obigen Aussagen sind DIREKT NACHPRÜFBAR, anhand der FOLGENDEN ZAHLEN, MIN-MAX-SCHÄTZUNGEN UND ELEKTRONISCH ZUGÄNGLICHEN QUELLEN:
1.
JETZIGER CO2-AUSSTOSS: MINIMAL 7,7 MIO T, MAXIMAL 8,0 MIO T
Derzeit stößt die GKM-Anlage in Mannheim-Neckarau pro Jahr zwischen 7,7 und 8,0 Mio Tonnen Kohlendioxid aus und zählt damit schon heute zu den zehn klimaschädlichsten Kraftwerken in ganz Deutschland.
QUELLEN:
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/meldung32728.html
http://assets.panda.org/downloads/european_dirty_thirty_may_2007.pdf
Daten 2004 in
http://www.eper.de/eper2/5_vergleich/5_vergleich.php?id1=06-08-2948214&id2=
2.
CO2-EFFIZIENZ: ERHÖHUNG MINIMAL 5 PROZENT, MAXIMAL 20 PROZENT
In der öffentlichen Diskussion um diesen “Spitzenplatz” hat die GKM AG wiederholt darauf hingewiesen, dass zwar die ausgestoßene Gesamtmenge hoch sei, jedoch pro erzeugter Energieeinheit besonders wenig Kohlendioxid erzeugt würde. Derzeit beträgt der Ausstoß 840 g CO2 je erzeugter kWh (siehe obige Quellen). Dies ist in der Tat vergleichsweise gering. Das heißt aber auch: Die Verbesserungsmöglichkeiten sind begrenzt. Das Heidelberger IFEU-Institut hält bestenfalls einen Wert von 800 g CO2 je kWh für möglich, das wäre eine Verbesserung um rund 5 Prozent. Dagegen gibt die GKM AG in ihrer Block-9-Broschüre an, dass sie die CO2-Effizienz um 20 Prozent steigern würde.
QUELLE: S. 28 in
http://www.ifeu.de/energie/pdf/IFEU%20Arrhenius%20_2007_%20-%20BUND%20Alternativkraftwerk%20final%20V3.pdf
http://www.gkm.de/media/?file=296_27.06.2008_GKM_block9_brosch.pdf&download
3.
EMISSIONSRELEVANTE KRAFTWERKSKAPAZITÄTEN:
ERHÖHUNG UM MINIMAL 42,4 PROZENT, MAXIMAL 47,4 PROZENT
Die gesamte Kraftwerkskapazität der GKM AG beträgt derzeit 1675 MW. Allerdings ist Block 3, Kapazität 220 MW, ein Reserveblock und nach derzeitigem Kenntnisstand nur dann aktiv, wenn ein anderer Block, z.B. aufgrund von Wartungsarbeiten, vom Netz geht. Wird Block 3 ausschließlich ersatzweise betrieben, dann leistet er keinen Emissionsbeitrag, zumal kein anderer Block kleiner als Block 3 ist. Somit ergibt sich eine emissionsrelevante Gesamtkapazität von maximal 1455 MW. Verrechnet man die Abschaltung von Block 4, Kapazität 220 MW, mit der Zuschaltung der 910 MW von Block 9, resultiert ein emissionsrelevanter Kapazitätsausbau um 690 MW oder 47.4 Prozent. Dieser Wert dient hier als Maximalschätzung für den Kapazitätsausbau. Als Minimalschätzung dient der nach jetzigem Kenntnisstand unwahrscheinliche Fall, dass Reserveblock drei Monate im Jahr zusätzlich zu allen anderen Blöcken betrieben wird. Block 3 trägt dann mit 55 Megawatt zur emissionsrelevanten Gesamtkapazität bei. Bei Abschaltung von Block 3 und 4 sowie Zuschaltung von Block 9 ergibt sich ein Minimum für die Kapazitätszunahme von 42,4 Prozent.
QUELLEN:
http://www.gkm.de/unternehmen/werkuebersicht/
4.
MEHRAUSSTOSS KOHLENDIOXID
MINIMAL 2,6 MIO T, MAXIMAL 3,6 MIO T, MITTELWERT 3,1 MIO T
Rechnet man zum einen mit den MINIMALWERTEN für den derzeitigen CO2-Ausstoß, die geplante Kapazitätserhöhung und die Veränderung der CO2-Effizienz, zum anderen mit den MAXIMALWERTEN, so ergibt sich: Der durch Block 9 verursachte CO2-Mehrausstoß liegt zwischen 2,6 und 3,6 Mio Tonnen jährlich.
MINIMUM-RECHNUNG:
(jetziger Ausstoß min. 7,7 Mio t) x (Kapazitätserhöhung 42,4%) x
(CO2-Effizienzfaktor (100%-20%)) = 2,61 Mio Tonnnen
MAXIMUM-RECHNUNG:
(jetziger Ausstoß max. 8,0 Mio t) x (Kapazitätserhöhung 47,4%) x
(CO2-Effizienzfaktor (100%-5%)) = 3,60 Mio Tonnen
Der ERWARTUNGSWERT/MITTELWERT beträgt 3,1 MIO Tonnen jährlich.
5.
CO2-AUSSTOSS ALLER ENERGIEVERBRAUCHER: 2,3 BIS 2,6 MIO T
Der gesamte CO2-Ausstoß der Stadt Mannheim beträgt derzeit rund 10,4 Mio Tonnen pro Jahr. Berücksichtigt man das Müllheizkraftwerk auf der Friesenheimer Insel (0,1 Mio Tonnen), so liegt der Beitrag der Energieerzeuger zwischen 7,8 und 8,1 Mio Tonnen
QUELLEN:
http://www.ekat.baden-wuerttemberg.de/kreis_v1.php?Kreisnr=222&Stoff=CO2
http://www.eper.de/eper2/0_common/0_details.php?id=06-08-9169156
Somit entfallen vom CO2-Ausstoß Mannheims zwischen 2,3 und 2,6 Mio Tonnen auf die Energieverbraucher.
6.
FAZIT
Der durch Block 9 verursachte Mehrausstoß von 3,1 Mio Tonnen jährlich (der Mittelwert aus der Min-Max-Schätzung) ist höher als der gesamte Ausstoß von Straßenverkehr, Industrie, Gewerbe und Privathaushalten in Mannheim zusammen. Der Gesamtausstoß Mannheims wird um 30 Prozent erhöht.
11 Meinungen
OK, an dem Punkt kommen wir zusammen:
Es ist die Frage, ab wann die regenerativen Energienutzungsformen effektiv und in umfassendem Umfang zum Einsatz kommen können. Und da haben wir eben unterschiedliche Ansichten.
Insofern finde es durchaus begrüßenswert, wenn über die verschiedenen Möglichkeiten diskutiert wird, aber dann sollte man die Informationen auch richtig darstellen, und nicht zum Stimmenfang zurechtbiegen, weshalb ich mich letzten Endes überhaupt hier zu Wort gemeldet habe.
(Natürlich trifft das für beide Seiten zu.)
Es geht halt nicht nur um Investitionen und Renditen. Nicht nur um Wirtschaft und Gewinn. Aber selbst wenn, was sollte das für ein Wirtchaften sein, dass nur auf die Gewinne der nächsten Jahre schaut – die Entwicklung einer neuer wirtschaftlichen Basis für die Folgegenerationen aber unberücksichtigt lässt?
Stimmt es etwa nicht – selbst das GKM bestätigt dies – dass foslile Energien absehbar nur Neige gehen? Wenn man diese zugibt und versteht, dann kann man sich eigentlich nur noch darüber streiten wie schnell man in erneuerbare Energien umschwenkt und in diese investiert. Wenn du einen großen Plan hast, solltest du so früh wie möglich alles daran setzen ihn zu verwirklichen. Wir arbeiten daran und können jede Hilfe gebrauchen. Die großen Energieverdiener arbeiten am Gegenteil und haben viel viel Geld dafür.
Ich wünsche Ihnen auch allen Erfolg beim Ausbau der Alternativen, aber warum sollen andere Firmen dafür auf ihre Investitionen und Renditen verzichten?
Insofern ist mir der Protest gegen den Block 9 nicht klar. Wäre es nicht einfacher, stattdessen Alternativen aufzubauen(!) und damit zu zeigen, dass es anders geht (wenn es anders geht)?
Es ist keine Frage des Glaubens, sondern eine Frage der politischen und wirtschaftlichen Gewichtung. Nichts dagegen haben ist zu wenig. Etwas dafür tun ist angesagt. Deswegen sind wir aktiv. Wir wollen eine andere Gewichtung. Wir wollen eine Energiewende. Zur Zeit findet das Gegenteil statt. Leere Worte und gegenteilige Taten. Blauäugige gibt es übrigens in allen Etagen …
Ich würde schätzen, dass das GKM versucht, den neuen Block auf maximaler Last (und Wirkungsgrad) zu fahren und dafür die übrigen Blöcke weniger belastet. Mehr insgesamt erreichter Wirkungsgrad bedeutet eben auch mehr Gewinn, und ich glaube, dass die Betreiber daran sehr interessiert sind.
Den Ausbau auf höhere Kapazität kann ich mir zum einen dadurch erklären, dass in Zukunft (10-20 Jahre) wahrscheinlich noch weitere Teile des Kraftwerks aus Altergründen vom Netz gehen werden. Und da muss das GKM eben für die eigene Zukunft vorbauen.
Zum anderen ist das Unternehmen sicher auch daran interessiert mehr Strom zu verkaufen (und mithin zu erzeugen). Wenn das GKM also den Strom günstiger anbieten kann, als andere Anbieter, weil sie mehr aus der Kohle rausholen können, dann lässt sich damit Geld verdienen. Damit läuft dann ein alter Kohleblock sonstwo in Deutschland weniger. Daran ist nichts “gutgerechnet”, das ist Physik (und Marktwirtschaft).
(Der Vergleich mit den Autos ist mir hier nicht klar.)
Natürlich wird nach dem Abschalten der KKWe deren Beitrag zur Stromerzeugung auf andere Kraftwerke umgelegt. Dass auch das GKM einen Teil vom Kuchen haben will, ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht verständlich.
Wenn die Konkurrenz durch regenarative Stromerzeugung bis dahin billiger ist, ist das eben Pech fürs GKM, aber ich glaube nicht, dass die beteiligten Firmen (Anteilseigner) bei einer solchen Investitionssumme so blauäugig sind.
Andererseites hätte ich natürlich auch nichts dagegen, wenn wir Kohle und Co nicht mehr dafür bräuchten. Nur, mir fehlt der Glaube, dass das bis 2020 möglich ist.
Die Alternative zu Block 9 heißt nicht, dass das GKM oder die Anteilseigener ihr Geld hier in Photovoltaik oder Windkraft investieren, sondern, dass das Geld eben sonstwo landet.
Lieber Alonso,
die Rechnung mit den maximalen Kapazitäten ist insofern gerechtfertigt, dass uns erstens keine anderen Zahlen über die geplanten Betriebsstunen vorliegen, zweitens die dargestellte Effizienzsteigerung nur mit einer vollen Auslastung zu erreichen ist und ein Mittellastbetrieb weniger effizient ist (dieser Betrieb wird ohne Zweifel stattfinden).
Darüber hinaus stellt sich natürlich die Frage, warum die Kapazität derart ausgebaut ist, wenn gar nicht mehr Strom produziert werden SOLL?
Diese Diskussion könnte man auch ganz öffentlich führen, BEVOR ein Beschluss gefasst wird. Die Frage, ob wir Block 9 brauchen, ist nur ein Teil der Frage die sich für die Region stellt und die lautet, wie die zukünftige Energieversorgung
in der Region aussehen soll.
Tolle Rechnung. Da fragt man sich, warum wird dann eigentlich die Kapazität erhöht. Es wird doch nur das Abschalten von Block 3 (Ersatzblock 220 MW) und 4 (220 MW) versprochen. Es wird doch keine Kraftwerk für Spitzenlasten? Ist es nicht eher so, dass man auf das Abschalten der Atomkraftwerke spekuliert und in die Bresche springen möchte? Selbst das GKM gibt den absolut höheren Ausstoß indirekt zu. Hier der Originaltext von der GKM-Website: “Daher können sich, je nach Auslastung des Kraftwerks, die absoluten CO2-Emissionen des GKM – im Vergleich zu heute – zwar ggf. erhöhen, doch die Effizienz des neuen Blocks verändert die Einsatzreihenfolge im vorhandenen Kraftwerkspark (sowohl im GKM selbst als auch in Deutschland) und vermeidet auf diese Weise höhere CO2-Emissionen eines anderen Kraftwerks mit schlechterem Wirkungsgrad”. Diese Gutrechnerei ist ungefähr so wie es derzeit die deutsche Automobilindustrie mit dem CO2-Ausstoss ihrer Fahrzeuge erreichen will – Die von der EU geforderten Angaben des CO2-Ausstosses je km sollen mit dem Gewicht ins Verhältnis gesetzt werden. Also je größer das Auto umso relativ weniger Ausstoss. Da fährt man dann am besten mit dem 75-Tonner zur Arbeit.
Die Kraftwerkskapazität mag ja erhöht werden, aber vielleicht muss den meisten Leuten erst mal klar gemacht werden, dass immer nur genau soviel Strom erzeugt werden kann wie auch verbraucht wird.
Das heißt, dass (bei gleichbleibendem Stromverbrauch) das Kraftwerk nicht mehr Strom erzeugt als vorher. Allerdings soll dieser dann vom effizienteren Block 9 kommen und nicht mehr von den alten Blöcken.
Somit wird tatsächlich nicht mehr sondern weniger CO2 emittiert.
Die Rechnung mit den maximalen Kapazitäten ist somit an dieser Stelle nicht gerechtfertigt.
An der EEX wird logischerweise nicht der gesamte am GKM erzeugte Strom angegeben, weil ein erheblicher Teil davon direkt an die Deutsche Bahn geht.
>
> Politische Kultur
>
> 1997 wurde vom Gemeinderat die Charta von Aalborg
> beschlossen und unterzeichnet.
>
> Widder OB aD. GKM Aufsichtsrat
>
> Dr. Kurz damals Bürgenmeister indirekt
> kraft Amtes
>
> u.A.
>
> I.10 Responsibility for the Global Climate
>
> … built environments and to future human generations require a
> response sufficient to stabilise
> and then to reduce emissions of greenhouse gases into the atmosphere
> as soon as possible….
>
> aus dieser ergibt sich die Verpflichtung der Stadt
> die Emissionen so schnell wie möglich zu senken.
>
> Im Juni, Beschluß zu Block 9, wird kommentarlos diese Verpflichtung
> nicht nur außer Kraft gesetzt, sondern das Gegenteil beschlossen.
>
> Sollte die Fernwärme als Kompensation angeführt
> werden, sollte glaubhaft ein Nachweis über die Erschließungskosten
> bzw. ein Kontrahierungszwang seitens der MVV/ GKM ausgesprochen
> werden, d.h.
> ein Recht auf Fernwärme für jeden Mannheimer Haushalt.
>
> In jedem Fall stellt diese Entscheidung eine erhebliche Belastung für
> die künftigen Generationen dar.
>
> Wir haben die Technologien, wir haben das Know-How
> seit über 20 Jahren die wissenschaftlichen Grundalgen. Es fehlt
> alleine am Willen!!
>
> Es besteht kein Notstand, wir haben keinen Bedarf an Atomstrom.
>
> Wieso besinnen wir uns nicht auf die Charta von Aalborg und suchen
> nach innovativen Lösungen
> in der Stadt der Erfinder !!!!
>
> Stefan
Auf der Webseite der Strombörse in Leipzig (www.eex.de) meldet die Großkraftwerk Mannheim AG sogar nur 1.143 MW (1,0% der bundesweit installierten 40.615 MW). Diese Zahl kommt möglicherweise zustande, weil nicht der gesamt Strom an der Strombörse verkauft wird. Block 9 erhöht die installierte Leistung dann evtl noch mehr.
Mein Aufruf:
Wir helfen Deutschland. Klimaschutz ist so einfach! Mannheim übernimmt 30% des CO2-Emissionsziels. So schaffen wir es. Monnem vorn! Oder wie war das mit dem Klimaschutz??? *grübel*
Ihre Meinung:




Hallo Alonso,
ich habe vor sieben Jahren begonnen in Bürstadt eine PV Anlage zu realisieren. Vor drei Jahren wurde sie in Betrieb genommen. 23 Millionen Invest die größte PV Anlage weltweit. Wenn ich über mehr als eine Milliarde verfügen könnte, was trauen Sie mir dann zu was ich damit realisieren könnte? Also hören Sie auf ständig zu fragen ob es gehen könnte. Sie müssen selbst die Augen aufmachen dann würden Sie sehen dass es geht. Wir “Macher” sind es auch leid, ständig vor halbleeren Sälen zu predigen…
http://www.sonnenfluesterer.de