…. nachdem meine letzten Mails zu Block 9 zum Teil heftige Reaktionen hervorgerufen haben, ist heute in Mannheim die Gemeinderatssitzung, auf der voraussichtlich eine große Mehrheit für Block 9 stimmen wird, obwohl es nach dem vor kurzem vom Mannheimer Morgen organisierten Bürgerbarometer dafür keine Mehrheiten in der Bevölkerung gibt (nur 39% Zustimmung, 36% dagegen). Der unabhängige Mannheimer Morgen interpretierte das so: “Zwei Drittel der Mannheimer haben nichts gegen Block 9″.
Bei der Frage, welche Energien in Zukunft verstärkt eingesetzt werden sollen, gab es folgendes Ergebnis: 92% pro Solar, 75% pro Wind, 16% pro Kernenergie, 14% pro Gas, 5% pro Kohle, 4% pro Öl. Nach Geothermie – mit dem Potential zur Übernahme der Fernwärmeversorgung – und Biomasse wurde gar nicht gefragt.
Offensichtlich ist, dass wir mit den satzungsgemäß verankerten Zielen von MetropolSolar große bürgerliche Mehrheiten vertreten. (Bitte beachten Sie auch die Materialien und Hintergrundinfos unter www.ikee.de)
Die Frage “Was ist Ihnen beim Strom wichtiger? Dass der Preis günstig ist, oder dass der Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt wird?” spricht für sich. Dass Strom aus erneuerbaren Energien heute schon günstiger als atomarfossiler Strom ist, wenn richtig gerechnet wird, war in der Frage nicht vorgesehen. Dennoch 42% pro erneuerbare Energien.
Auch die Frage, ob man glaubt, dass innerhalb von 10 Jahren alle Kohlekraftwerke durch erneuerbare Energien ersetzt werden können, wurde noch mit sagenhaften 40% positiv beantwortet. Ich selbst hätte sicher mit: “das kommt darauf an” geantwortet. Eigentlich hätte die Frage heissen müssen, ob man den Neubau von Kohlekraftwerken für erforderlich hält, oder ob man glaubt, dass durch die konsequente Erschliessung von Einsparpotentialen und die Nutzung aller erneuerbaren Energien der Neubau von Kohlekraftwerken und Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke vermieden werden kann.
Heute erschien ein erfreulicher Artikel in der Rheinpfalz, der deutlich macht, dass unser größtes Vergnügen nicht die Verhinderung von Kohlekraftwerken ist, sondern die unabhängige Arbeit für eine vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien. Wichtig scheint mir der ergänzende Hinweis auf die umfangreichen IKEMA-Aktivitäten, ohne die die Mobilisierung in Mannheim so nicht erfolgt wäre.
Gestern haben wir in Heidelberg im kleinen Kreis den Anstoss gemacht für einen neuen Knotenpunkt in unserem Netzwerk mit dem Titel “MetropolSolarMobil” – Umstellung der Mobilität auf erneuerbare Energien. Soviel kann ich schon verraten: es geht nicht um Biosprit aus abgeholzten Regenwäldern in Übersee! Es kann nicht der Sinn sein, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben. Aber wer (wie wir kürzlich in Mannheim) mit dem Generalsekretär der kolumbianischen Kohle-Bergbaugewerkschaft Freddy Lozano Villareal gesprochen hat, dem lässt sein Gewissen keine Ruhe, wenn er auf den Neubau von Kohlekraftwerken setzt.
Unsere Datenerhebung zu Akteuren und Projekten im Bereich Südpfalz “PaminaSolar” ist demnächst online. Und morgen versammeln sich einige MetropolSolarier in der Solararena in Bürstadt (www.solararena.de) zum Deutschland – Türkei – Spiel. Kommen Sie doch auch hin!
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